We all wander

We all wander,
either in our thoughts or on our feet.
We look for the occasional evidence that the world still runs its course,
though sometimes we have to look closer.
We have the common lights scattered all around us, here and there.
We use water and leave always something behind.
We are obsessed with our own reflections and those of the things we like.
Often we bleed on the inside, yet don’t want to acknowledge the presence of our wounds.
Instead we go to sleep and look for shadows.
Lights and shadows always change when we are closer to the ground.
At theses times they seem so promising, but their whereabouts are elusive and can pose hollow questions.
We retreat towards the light looking back in wistfulness into the dark, tremulously admitting our defeat.
We go on eating and observing and remeniscing, that there might have been empty phrases we devoured with great delight.
We are electric plants awaiting the mothership while we chronologically and alphabetically record our time on earth, neatly ordering every bit of our things that belong to us.
Even if there is nothing to be put in order.
Whereas in other corners of our mind things pile up.
We sit and wait and stare out of the window.
Now that you say it, I have to take my tooth brush while staring into the dark hallway,
admiring the subtle uniformity of everything around me.
I take my coat with me, look up on last time and go.

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Lindenblüten

Im Zentrum der Stadt auf einem Stein,
herum die Maschinen sich schoben.
Stand ratternd ein Mann auf einem Bein,
starr der Blick ohne Kraft gehoben.

Die Augen brannten gelb von der Sonne,
ein brüllendes Eisenstück sein Herze,
Dieser Tag versprach ihm keine Wonne,
bloß eine Pfütze aus Öl und eine Kerze.

Der einzig Gedanke in diesem Mann,
was die Welt wohl mit ihm ersann.
Unter seinen Füßen bebte der Asphalt,
im Traum schwebte er doch ohne Halt.

Keiner schaute auf den nackten Gigant,
nur eine Frau mit buschigem Schwanz.
Einer Katze gleich schlich sie galant
und forderte den Riesen auf zum Tanz.

Schwach war er und so nah der Stille.
Sie hauchte ihm Feuer in die Lunge,
in Hoffnung es rege in ihm den Wille,
auf dass er bewege seine rote Zunge.

Geräusche drangen leise an ihr Ohr,
doch keine Worte irgendeiner Sorte.
Sie führte ihn hinweg durch das Tor,
hinweg zum Wald im weiten Norte.

In Nacht gehüllt begann er zu genesen,
teilte mit ihr seinen Rauch und Wein.
Sie nährte ihn mit Milch und Krebsen,
begann zu erzählen von ihrem Sein.

Er kannte der Welten Asphalt und Staub,
denn sein Atem roch nach Feuer und Teer.
Yasmin und Tauben lagen unter ihrem Laub,
sie duftet nach Tannen und weißem Meer.

Gütig zog der kalte Mond ins Land
und die Vertrauten woben ein Band.
Eine Berührung war der Blicke Schluss,
Zärtlichkeit gebar ihren ersten Kuss.

Eines Morgens gingen beide zum Bach.
Sie teilten einander das hehre Wort,
tranken das Wasser an jenem Hort.
Ihre Seelen labten sich frisch und wach.

Dann begann das Wirken und Wallen.
Aus all ihren Gliedern sprossen Triebe.
Hier sollten sie einig werden oder fallen.
Sie umschlungen sich mit ganzer Liebe.

Haar wuchs hin zu einer wilden Krone,
Beine wurzelten in dem saftigen Grund.
Haut ward Borke der Schoß zum Trohne,
Blüten und Blätter taten es allen Kund.

Gewachsen aus ihnen war eine Linde,
Geschick und Zeit konnte sie binde.
Um Schutz zu geben neuen Leben,
hatten sie sich einander gegeben.

Rügen

Smaragdgrüne See wie empfängst du mich prächtig,
reich beseelter Ort mit lyrischen Winden mächtig.
Gelber Ginster, grünes Getreide, Wogen der See
rollen in mich hinein und entführen mein Weh.
Suche Einkehr ohne Mauern und Wonne im Freien,
schillernd brechen die Meeresfluten, erheben mein Sein.
Sturmmöwen schnellen, ihre Flügel streichen der Wellen Kamm,
Salz in der Luft, wollenes Gras umfängt mich klamm.
Zerreibe das Orange des Sanddorns, bitter die Blüten,
schaue zaghaft Sterntaucher in Schilfes Dickicht brüten.
Harre bis zur Nacht um der Sterne Licht zu lauschen,
über mir der Feuer Flamme bricht, betörendes Rauschen.
Trage meine Gedanken in des Mondhofes Bann,
wachse zur Eiche, in der slawische Sage begann.
Wurzel in Kreide getrieben, stemme mich gegen den Wind,
halte Stand bis mein Körper ganz im weißen Sand verrinnt.
Brandung nimmt mich auf und trägt mich auf den Wolkenspiegel,
hin zu einem neuen Morgen mit güldener Sonne Siegel.